Gebäudehülle als Energiesystem.
CTU Building B in Prag: Wie lässt sich ein bestehendes Universitätsgebäude energetisch und architektonisch weiterentwickeln, ohne seine Grundstruktur aufzugeben?

Sanieren statt neu bauen – mit mehr Funktion.
Die Gebäudestruktur soll bestehen bleiben, während Dach und Fassade erneuert werden. Die südöstlich orientierte Hauptfassade ist energetisch besonders relevant; gleichzeitig müssen Brandschutzbereiche, Tragwerk, Verschattung und thermische Anforderungen berücksichtigt werden.
Welche Kombination aus Dach- und Fassadentechnologien bringt den grössten Gesamtwert?
Nicht eine Einzeltechnologie wurde bewertet, sondern Kombinationen aus Dachbegrünung, Regenwasserrückhaltung, Photovoltaik, Fassaden-PV und Verschattung. Dadurch wird sichtbar, wie Energieproduktion, sommerlicher Wärmeschutz, Architektur und Nutzung zusammenwirken.
Zwei Gebäudehüllenpakete als vergleichbare Systemlösungen.

Solargründach + externe PV-Verschattung
Studienpotenzial: 668 kWp / 553 MWh pro Jahr. Kombination aus Begrünung, Energieerzeugung, Sonnenschutz und Freiraum für technische Anlagen.

Solargründach + BIPV-Fassade
Studienpotenzial: 603 kWp / 417 MWh pro Jahr. BIPV in einer hinterlüfteten Fassadenlösung kombiniert Energieerzeugung und architektonische Integration.
Die Entscheidung wird mehrdimensional.
Eine belastbare Auswahl vor der Detailplanung.
Die Studie bewertet die Sanierung als sinnvollen Weg und identifiziert die Hauptfassade als Schlüsselfläche für das Zusammenspiel aus Energieerzeugung, Verschattung und Wärmeschutz. Für die anstehende Ausschreibung sollte der gewünschte Umfang der Gebäudehüllenoptionen vorab definiert werden.
Gebäudehüllen werden nicht als Produktliste behandelt, sondern als systemische Entscheidung mit mehreren technisch plausiblen Optionen und klaren nächsten Planungsschritten.
Gebäudehüllenvarianten für Ihr Projekt vergleichen?
Wir strukturieren die Fragestellung, entwickeln Optionen und schaffen eine nachvollziehbare Entscheidungsbasis.